Wohnungsnot im Tecklenburger Land – Handlungsbedarf für eine gerechte und sichere Wohnraumversorgung für alle!

Wohnungsnot zählt zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Auch im Tecklenburger Land sind die politischen Verantwortlichen gefordert, aktiv zu werden. Denn Wohnungsnot ist längst nicht mehr ein Problem der Großstädte! Seit 2020 haben sich insgesamt 761 Haushalte an unsere Wohnungsnotfallhilfe im SkF Ibbenbüren gewandt. Sie waren von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht. Besonders alarmierend ist dabei die steigende Zahl der betroffenen Kinder. Auch die Ehrenamtlichen vom Sozialpunkt Ibbenbüren berichten immer wieder von diesem Problem. Alle beobachten diese Entwicklung mit Sorge.

Auch im Tecklenburger Land ist der Bestand an Sozialwohnungen, der die Wohnraumversorgung einkommensarmer Bevölkerungsschichten eigentlich sichern soll, in den letzten Jahren gesunken. Gleichzeitig hat sich der Niedriglohnsektor ausgeweitet. Für viele Menschen wird das eigene Zuhause immer schwerer zu finanzieren, insbesondere da Preissteigerungen in vielen Lebensbereichen die verfügbaren Mittel erheblich reduzieren. Viele müssen mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete aufbringen, was oft existenzbedrohende Folgen hat. Preiswerter Wohnraum wird zunehmend knapp, sodass die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt.

Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Problem allein – sie wirkt sich auf das gesamte gesellschaftliche Gefüge aus. Fehlt sicherer Wohnraum, entstehen Belastungen für Kommunen, das Gesundheitssystem und soziale Einrichtungen. Daher fordern wir alle Kommunen hier vor Ort auf, ihrer Verantwortung für die Wohnungsversorgung ihrer Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden. Denn die Ursachen der Wohnungsnot sind vor allem struktureller Natur und nur durch politische Maßnahmen lösbar.

Es ist notwendig, kommunale Wohnraumversorgungskonzepte zu entwickeln, die insbesondere die Bedarfe von Menschen mit niedrigen Einkommen und Transferleistungen berücksichtigen. Zudem sollte die Stärkung bzw. Wiederaufnahme des sozialen Wohnungsbaus mit dauerhafter und langfristiger Belegungsbindung erfolgen. Auch die Ermittlung angemessener Mietobergrenzen anhand von Mietspiegeln und Vergleichsmieten, unter Einbeziehung von Bestands- und Neuvermietungen, ist ein wichtiger Schritt.

Das Thema Wohnungsnot sollte bei den anstehenden Kommunalwahlen im Mittelpunkt stehen. Es ist entscheidend, dass alle Parteien dieses Thema ernst nehmen und gemeinsam nach Lösungen suchen, um hier allen Menschen die Chance auf ein sicheres und bezahlbares Zuhause zu geben.