Frauen und Kinderschutzhaus Ibbenbüren (in Planung)

Es besteht ein akuter Bedarf im Kreis Steinfurt an zusätzlichem Schutzraum für Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind.

​Das bereits langjährig bestehende Haus in Rheine mit neun Plätzen für Frauen bietet keine ausreichenden Kapazitäten für die vielen hilfesuchenden Frauen im Kreis Steinfurt. Der Kreis Steinfurt geht laut einem Bericht der IVZ vom 09.04.2025 von einem Bedarf in Höhe von 44 Frauenhausplätzen aus.

Aus unserer langjährigen Tradition im Bereich des Frauenschutzes hier vor Ort - wir betreiben schon seit 30 Jahren ein Wohnhaus für Frauen in Notsituationen und halten eine Frauenberatungsstelle Gewaltschutz vor - haben wir am Vergabeverfahren des Kreis Steinfurt teilgenommen und den Zuschlag für den Bau eines Frauenhauses in Ibbenbüren erhalten. 

Das Frauenhaus wird auf einem Grundstück des SkF an der Oststraße in Ibbenbüren entstehen. Unser Hausverfolgt ein offenes Konzept um das Thema Gewalt gegen Frauen stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken. Um dennoch größtmögliche Sicherheit für die Bewohnerinnen zu gewährleisten, sind umfassende Schutzmaßnahmen vorgesehen.

Die Planungen sind bereits angelaufen. Angedacht ist ein flexibles und Raumkonzept mit Wohneinheiten, welche 9 Frauen und ihren Kindern einen angemessenen Schutzraum bietet. Zudem sind kindgerechten Bereiche und ein ansprechender Außenbereich vorgesehen.

Die Finanzierung des Projekts erfolgt überwiegend durch Fördergelder von Bund und Land. Ein großer Teil der Finanzierung soll auch durch Spenden erfolgen.

Auf dieser Internetpräsenz werden wir Sie regelmäßig auf bzgl. unserer Planungen und Fortschritte auf dem Laufenden halten. Schauen Sie gerne immer mal wieder herein!

Wirtschaftsfrühstück im Zeichen des geplanten Frauenhauses Ibbenbüren

Beim Wirtschaftsfrühstück am 07.07.26 durften wir unser Herzensprojekt – das geplante Frauenhaus in Ibbenbüren – zahlreichen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Institutionen vorstellen.

Unsere Vorstandsvorsitzende Bärbel Lehmann eröffnete den Morgen mit eindrucksvollen Worten: „Sie wundern sich vielleicht, dass ein ‚armer‘ Verein wie wir Sie zum Frühstück einlädt. Aber: Wir brauchen Sie! Sie sind wichtig für uns.“ Damit machte sie deutlich, worum es bei diesem Projekt geht: Gemeinsam Verantwortung übernehmen und ein starkes Netzwerk für von Gewalt betroffene Frauen schaffen.

Im Anschluss stellten Geschäftsführer Frank Schneider und Fachbereichsleitung Ute Middendorp das Konzept und die Bauweise des neuen Frauenhauses vor. Das Besondere: Anders als viele bestehende Frauenhäuser wird das neue Haus nach einem niederländischen Vorbild bewusst sichtbar mitten in der Stadt entstehen. Denn unser Leitgedanke lautet: Sicherheit durch Sichtbarkeit.

Erschreckende Zahlen zur Gewalt gegen Frauen in Deutschland machten deutlich, wie dringend zusätzliche Schutzangebote benötigt werden. Alle zwei bis drei Tage wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet, nahezu täglich gibt es einen Tötungsversuch. Gleichzeitig steigen die Beratungszahlen und die polizeilichen Einsätze im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt. Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig sichere Schutzräume und langfristige Perspektiven für betroffene Frauen und ihre Kinder sind.

Mit unserer Frauenberatungsstelle, dem Frauenwohnprojekt EVA27 und unseren flankierenden Diensten sind wir bereits heute eine feste Säule im regionalen Hilfesystem. Das neue Frauenhaus wird diese Hilfen entscheidend ergänzen und Frauen auf ihrem Weg aus der Gewalt begleiten.

Die Förderung für das Frauenhaus ist gesichert, der Bauantrag wurde bereits genehmigt. Nun möchten wir das Projekt gemeinsam mit regionalen Unternehmen und Handwerksbetrieben verwirklichen. Die vielen positiven Gespräche beim Wirtschaftsfrühstück haben uns darin bestärkt.

Ein herzliches Dankeschön an alle Gäste für ihr Interesse und an alle, die unser Herzensprojekt bereits unterstützen oder künftig unterstützen möchten – mit Engagement, Fachwissen, Sachleistungen oder Spenden. Gemeinsam schaffen wir einen Ort der Sicherheit, des Schutzes und des Neuanfangs.

Vorstellung des Bauvorhabens des Ibbenbürener Frauenhauses am 10.09.2025

Wir freuen uns sehr, dass wir als Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) am 10.09.25 im gut gefüllten „Großen Saal“ der Familienbildungsstätte die Pläne für unser Frauenhaus in Ibbenbüren vorstellen konnten. Dieses Projekt liegt uns besonders am Herzen, weil es einen neuen Weg geht: Wir setzen bewusst auf ein offenes Konzept, bei dem das Haus mitten in der Stadt sichtbar ist und trotzdem höchsten Schutz bietet. Frauen, die vor häuslicher Gewalt fliehen, sollen sich nicht verstecken müssen, sondern einen Ort finden, an dem sie Sicherheit, Ruhe und ein Stück Normalität erfahren.

Natürlich stellt uns dieser Ansatz vor besondere Herausforderungen – denn jeder kennt den Standort. Deshalb haben wir von Anfang an größten Wert auf Sicherheit gelegt: Der Eingang liegt geschützt auf der Rückseite des Gebäudes, Besucherinnen und Bewohnerinnen durchlaufen eine Sicherheitsschleuse, es gibt klare Besuchslisten, und Männer haben keinen Zutritt. Auch online achten wir auf Schutz: Unsere Website hinterlässt keine Spuren im Verlauf, und über einen Exit-Button kann sie sofort geschlossen werden, falls Gefahr droht.

Das neue Haus wird auf rund 630 m² Wohnfläche bis zu neun Frauen mit ihren Kindern Schutz bieten. Jede dieser barrierefreien Wohneinheiten ist mit Küche und Bad ausgestattet, zwei davon sogar rollstuhlgerecht. Besonders wichtig ist uns, dass wir flexibel auf die Unterbringungsbedürfnisse der Frauen eingehen können: Wohneinheiten lassen sich verbinden, sodass auch größere Familien Platz finden. Es gibt ein separates Zimmer für den kurzfristigen Notfall, einen Gemeinschaftsbereich sowie einen abtrennbaren Spielraum für Kinder mit Zugang zum Garten. Auch Mütter mit jugendlichen Söhnen über 14 Jahren können bei uns Schutz finden – etwas, das in vielen Frauenhäusern nicht möglich ist. Zudem können wir aufgrund der besonderen Bauweise auch vulnerable Gruppen, z. B. Frauen mit Suchtproblematik, psychisch erkrankte Frauen und Frauen mit Behinderungen aufnehmen.

Unser Ziel ist es, Frauen und ihre Kinder in einer schwierigen Lebensphase zu begleiten, ihnen Raum zur Erholung zu geben und sie auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten. Wir möchten, dass sie aus der Opferrolle heraustreten können. Dazu werden Sozialarbeiterinnen, Erzieherinnen und Hauswirtschaftskräfte Hand in Hand arbeiten, unterstützt von Ehrenamtlichen und studentischen Hilfskräften.

Die Finanzierung ist noch eine große Herausforderung: Zwar hoffen wir auf Fördermittel und Unterstützung von Stiftungen, doch rund 20 Prozent der Kosten müssen wir selbst aufbringen. Deshalb sind wir auch auf Spenden angewiesen. Wenn alles gut läuft, starten wir im Frühjahr 2026 mit dem Bau. Schon jetzt spüren wir, dass dieses Projekt nicht nur ein Haus werden wird, sondern ein starkes Zeichen für Sichtbarkeit, Schutz und Hoffnung.

Helfen Sie uns mit Ihrer Spende ein Frauenhaus zu bauen - jeder Euro zählt!

Jeden Tag suchen Frauen und Kinder Schutz vor Gewalt. Doch es fehlen sichere Plätze. Wir bauen in Ibbenbüren ein offenes Frauenhaus - einen Ort, an dem Frauen und Kinder Hilfe und Unterstützung finden, zur Ruhe kommen und neue Perspektiven entwickeln können.

Spendenkonto Frauenhaus Ibbenbüren:
DE11 4035 1060 0075 6557 79

Kreissparkasse Steinfurt, WELADED1STF

Wir sind vom Finanzamt Ibbenbüren als gemeinnützig anerkannt. Ihre Spende ist steuerlich abzugsfähig. Gerne senden wir Ihnen eine entsprechende Spendenbescheinigung zu.

Ihre Ansprechpartner*innen für die Planungen für das Frauenhaus in Ibbenbüren


Frank Schneider
Geschäftsführer
0 54 51 - 96 86-20
E-Mail: schneider@skf-ibbenbueren.de
 


Ute Middendorp
Fachbereichsleitung Existenzsichernde Hilfen
Telefon: 0 54 51 - 96 86 - 76
E-Mail: middendorp@skf-ibbenbueren.de
 

Bildquellen:
pexels, karolina grabowska